LogoThema: Alexandra Schick über ihren Zugang zur MFT

LogoThema Magazin
Endes des Jahres 2025 durfte ich mich noch einer Frage-Antwort-Session mit „LogoThema“, der Fachzeitschrift von Logopädie Austria, stellen. Thema des Gesprächs war einerseits meine Perspektive auf die MFT und andererseits konkret auch die Frage, wie Therapeut:innen in der Logopädie die Motivation ihrer Patient:innen erreichen können.

Eine kurze Zusammenfassung des Interviews und meiner Sichtweisen finden Sie in diesem Artikel.

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Wieso beschäftige ich mich schwerpunktmäßig mit der MFT (myofunktionellen Therapie)?

Ich beschäftige mich schon sehr lange mit der MFT (myofunktionelle Therapie) , nämlich schon seit meiner Zeit als angestellte Logopädin an der HNO-Universitätsklinik am Wiener AKH. Damals lag der Fokus auf mundmotorischen Übungen und dem „Zungentraining“. Die MFT hat mich fasziniert, und ich habe mich im Laufe der Jahrzehnte immer eingehender damit auseinandergesetzt.

In den letzten Jahren ist mir immer stärker aufgefallen, dass es zwar viele Konzepte und Ansätze zur MFT gibt, aber immer noch gibt es keine einheitlichen Standards. Meine Kollegin und Mitbegründerin des MFT Zentrums, Carolin Adam, hat in ihrer Masterarbeit „Die Behandlung orofacialer Dysfunktionen, ein Vergleich von Behandlungskonzepten im deutschsprachigen Raum“ [1] alle 27 MFT-Konzepte aus dem deutschsprachigen Raum untersucht. Ihre Conclusio zeigt auf, dass zentrale wissenschaftliche Erkenntnisse, wie etwa jene von William R. Proffit [2], in vielen dieser Konzepte kaum Berücksichtigung finden.

Das war die Ausgangsbasis für unseren Entschluss „Wir wollen die Fortbildung von Logopäd:innen und angrenzenden Fachgruppen selbst in die Hand nehmen“ und der Startschuss für die Gründung des MFT Zentrums

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Interdisziplinäre Zusammenarbeit

Mein Verständnis der erfolgreichen Therapie ist die Zusammenarbeit aller Fachgruppen, die Patient:innen mit Problemen rund um den Mund betreuen: Logopäd:innen, Zahnärzt:innen, Kieferorthopäd:innen, Physiotherapeut:innen, Osteopath:innen, Pädiater:innen, Kolleg:innen aus der HNO-Heilkunde.

Dazu haben einige Kolleginnen und ich bereits 2017 die Plattform „mund:interdisziplinär“ gegründet, über die wir regelmäßig inspirierende Veranstaltungen organisieren, die den Austausch, die Vernetzung und das gegenseitige Verständnis fördern, für alle Berufsgruppen rund um den Mund. 

Das Netzwerk „mund:interdisziplinär“ ist seit Herbst 2025 auch Teil des MFT Zentrums.

Eine Reihe von Spielfiguren

Motivation als Schlüssel zu nachhaltigem Therapieerfolg in der MFT

Myofunktionelle Therapie wird immer noch sehr häufig als reine Übungstherapie gesehen. Meine Erfahrung hat gezeigt, dass Therapie immer dann erfolgreich ist, wenn die Patient:innen die Möglichkeit haben, selbst mitzugestalten. Erstes Ziel in der therapeutischen Arbeit ist also Beziehungsarbeit. Beziehung entsteht durch Aufklärung, Wissensvermittlung und das Erklären von Zusammenhängen (zum Beispiel zum Zusammenhang der von schiefen Zähnen und Mundatmung).

Um die MFT als Prozess zu versinnbildlichen, habe ich gemeinsam mit Sandra Landerl den MFT Ballon entwickelt. MFT Ballon

Dabei handelt es sich um eine Grafik, ein anschauliches Bild, das die wichtigsten Faktoren für eine wirksame und motivierende MFT-Therapie sichtbar macht. Über den MFT Ballon gelingt es uns besser, Patient:innen und deren Eltern über den Therapieweg aufzuklären, Begeisterung zu entfachen und echte Veränderung zu ermöglichen.

Dieses Tool für die myofunktionelle Therapie (MFT) stellen wir am 13. Februar 2026 in einer kompakten Online-Fortbildung vor.

Der MFT Ballon ist auch über den Shop auf meiner Website zu kaufen. Ein Praxisworkshop zum MFT Ballon folgt später im Jahr 2026.

LogoThema

Den vollständigen Artikel aus „LogoThema“, der Fachzeitschrift des Berufsverbandes logopädieaustria, können Sie hier nachlesen.

Myofunktionelle Therapie im Überblick: Geschichte und Status

Einen kompakten Überblick über die Geschichte der MFT habe ich in einem vorangegangenen Blogbeitrag zusammengefasst.

 

Referenzen und weiterführende Literatur:

[1] Adam, Carolin. (2021). Die Behandlung orofacialer Dysfunktionen, ein Vergleich von Behandlungskonzepten im deutschsprachigen Raum. Masterthesis, Donau-Universität Krems.

[2] Proffit, William R. On the Aetiology of Malocclusion: The Northcroft Lecture, 1985 Presented to the British Society for the Study of Orthodontics, Oxford, April 18, 1985. British Journal of Orthodontics. 1986;13(1):1-11.

Mein Verständnis der erfolgreichen Therapie ist die Zusammenarbeit aller Fachgruppen, die Patient:innen mit Problemen rund um den Mund betreuen: Logopäd:innen, Zahnärzt:innen, Kieferorthopäd:innen, Physiotherapeut:innen, Osteopath:innen, Pädiater:innen, Kolleg:innen aus der HNO-Heilkunde.

 

Dazu haben einige Kolleginnen und ich bereits 2017 die Plattform mund:interdisziplinär gegründet, über die wir regelmäßig inspirierende Veranstaltungen organisieren, die den Austausch, die Vernetzung und das gegenseitige Verständnis fördern, für alle Berufsgruppen rund um den Mund.

Die Plattform „mund:interdisziplinär“ ist seit Herbst 2025 auch Teil des MFT Zentrums. 

Ein Laptop und Dokumente auf einem Tisch mit Händen, die einen Stift halten. Der überlagerte Text lautet: NETZWERK MUND:INTERDISZIPLINÄR. Interdisziplinärer Fachaustausch rund um myofunktionelle therapie - professionell und persönlich.

Alle Veranstaltungen des Netzwerks „mund:interdisziplinär“ finden sich immer aktuell auf unserer Website. Die nächsten, bereits fix geplanten, Termine sind:

IFA (Interdisziplinärer Fachaustausch)

Am 26.3.2026 findet der Interdisziplinäre Fachaustausch als Präsenzveranstaltung an der Zahnklinik Wien statt. Er steht diesmal unter dem Motto “Ernährung – Basis für eine gute orale Entwicklung”.

Impulsvortrag 1 von Alexandra Schick„Mehr als Mahlzeit – die unterschätzte Kraft des Kauens für die orale Entwicklung“

Impulsvortrag 2 von Sarita Preissl: „Darmgesundheit beginnt im Mund“

Sarita Preissl ist die Gründerin der DarmArchitektur. In ihrer Arbeit verbindet sie wissenschaftlich fundiertes Wissen über Darm- und Mikrobiomgesundheit mit einem ganzheitlichen Blick auf Ernährung, Hormone, Nährstoffe, Immunsystem und Lebensstil. Sie begleitet insbesondere Familien, Kinder sowie Schwangere und Stillende und legt dabei großen Wert auf verständliche, praxisnahe Vermittlung komplexer Zusammenhänge. Mit ihrer Expertise schafft sie es, Menschen nachhaltig für die Bedeutung des Mikrobioms zu sensibilisieren und zu begeistern.

Im Herbst 2026 wird der Interdisziplinäre Fachaustausch als online-Format stattfinden.

Zielgruppen: Physiotherapeut:innen, Osteopath:innen, Pädiater:innen, Kolleg:innen aus der HNO-Heilkunde.

Die Interdisziplinären Fachtage und Symposien

Das Ziel der Interdisziplinären Fachtage ist es, eine hochqualitative Plattform zu schaffen, die den Austausch der verschiedenen Berufsgruppen fördert, und Fachdisziplinen miteinander zu vernetzen.

Zielgruppe: alle Fachdisziplinen rund um den MUND, wie Kieferorthopädie, Logopädie, Osteopathie, HNO-Heilkunde, Physiotherapie, Zahnmedizin, Pädiatrie

Die nächsten interdisziplinären Fachtage:

14. März 2026 (Köln): Interdisziplinärer Fachtag 2026 in Köln zum Thema „Therapie der offenen Ursachen und Auswirkungen und Mundhaltung“.
In Kooperation mit Carola Engelberts, Richmodent & DG Myo

Alle Details und Anmeldung auf unserer Website.

06.11.-07.11.2026 (Wien): Interdisziplinärer Fachtag 2026 in Wien unter dem Motto „Präventiv & interdsiziplinär: „die Nase ist zum Atmen da“. Myofunktion, Entwicklung der Kiefer und des Mittelgesichts & Gesundheit im Fokus.

In Kooperation mit Dr. Stephanie Wodianka & Kieferorthopädie – Elbvororte, Hamburg

Die Anmeldung wird ab Februar 2026 geöffnet sein.

Alle aktuellen Termine für die Interdisziplinären Fachtage und alle weiteren Fortbildungen des MFT Zentrums finden sich immer aktuell im Kalender auf der Website.

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