Ende Mai begrüße ich eine ganz besondere Persönlichkeit im MFT Podcast: Mathilde Furtenbach – Logopädin, Visionärin und prägende Wegbereiterin der modernen Myofunktionellen Therapie im deutschsprachigen Raum. Kaum jemand hat die Entwicklung der MFT so nachhaltig beeinflusst wie sie. Mit ihren Büchern „MFT Kompakt I & II“ hat Mathilde Furtenbach einen Paradigmenwechsel eingeleitet: weg von einer rein symptomorientierten Sichtweise – hin zu einem funktionellen Verständnis orofazialer Zusammenhänge. Ihre zentrale Botschaft: Die Hierarchie der oralen Funktionen bestimmt die Behandlungshierarchie. Bereits früh machte sie deutlich, was heute aktueller ist denn je: Nasenatmung steht an erster Stelle. Denn nur funktionierende Druckverhältnisse ermöglichen die physiologische Entwicklung weiterer oraler Funktionen wie Saugen, Kauen und Schlucken. Der Lippenkontakt wird dabei zum Schlüssel funktionierender Ruhe-Weichteil-Beziehungen. Als erste Logopädin im deutschsprachigen Raum veröffentlichte Mathilde Furtenbach ein Fachbuch zum kurzen Zungenband – lange bevor dieses Thema breite Aufmerksamkeit erhielt. Und selbst mit beinahe 80 Jahren setzte sie noch neue Impulse: In ihrem jüngsten Werk „Die Bedeutung der oralen Funktionen in den ersten Lebensjahren“ betont sie eindrucksvoll, wie essenziell die Kenntnis der physiologischen oralen Entwicklung für das Verständnis orofazialer myofunktioneller Störungen ist. Die moderne MFT verdankt Mathilde Furtenbach eine neue Sichtweise, ein neues Verständnis und eine Herangehensweise, die bis heute wegweisend ist – und den Boden bereitet hat für die Weiterentwicklung einer zeitgemäßen, funktionellen und interdisziplinären MFT. Eine seltene Gelegenheit, von einer der bedeutendsten Stimmen der MFT direkt zu lernen.
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